Wie Jack London einmal keinen Krimi schrieb

Liest heute noch irgend jemand Jack London? Vermutlich schon: Ruf der Wildnis, Wolfsblut oder Der Seewolf sind im Regal jeder gut sortierten Buchhandlung zu finden. Im Regelfall wird wohl der Opa oder Onkel dem Enkel oder Neffen »das nette Abenteuerbuch« zu Weihnachten oder zur Konfirmation überreichen. Und wenn der Bub seine sieben Zwetschgen beisammen hat, dann reißt er sich mal zwei Stunden von der Playstation los und liest. Es wird sein Schade nicht sein.

Liest heute noch irgend jemand Jack London? Wahrscheinlich nicht so viele. Am 22. November 2016 jährt sich Londons Todestag zum hundertsten Mal. Zwei Biografien sind erschienen. Bei Mare gibt es in einer schönen Ausgabe Die Reise mit der Snark zu lesen, Londons Bericht über seine desaströse Yacht, mit der er sich finanziell ruinierte. Bei dtv hat man die biggest hits neu übersetzt. Ansonsten sehe ich nur neugestaltete Cover. Das Vertrauen in die Popularität von London scheint nicht mehr groß zu sein.

Schade eigentlich. Jack London hat nicht für kleine Jungs geschrieben. Alle drei oben genannten Bücher sind große Literatur. Sie erzählen von Abenteuern, weil sie die Leser fesseln sollen. Trotzdem oder deshalb gehören Ruf der Wildnis und Wolfsblut zu dem schönsten und spannendsten, was je über Hunde geschrieben wurde, und wie Der Seewolf sind sie zutiefst existenzielle Romane. Nicht nur für Männer. Also, lest bitte.

Aber nicht unbedingt Mord auf Bestellung, das gerade neu übersetzt erschienen ist und vom Verlag als »Ein Agententhriller« angepriesen wird.

Die Grundidee ist hübsch: Eine Attentatsagentur in New York bringt gegen angemessene Bezahlung Menschen um, die den Tod verdient haben. Zunächst prüft der der Agentur-Chef, ob die betreffende Person den Tod wirklich verdient. Und schlägt dann zuverlässig zu. Gewerkschafter, die mit den Bossen kungeln, können genauso Opfer werden wie Monarchen und korrupte Politiker. Wer genug Geld hat, die exklusive Agentur zu bezahlen, kann Ordnung in der Welt schaffen. Wenn es der Agentur innerhalb eines Jahres nicht gelingt, das Opfer zur Strecke zu bringen, gibt es das Geld zurück.

Dem schwerreichen Philanthropen Winter Hall missfällt diese Form der Justiz. Er sucht die Agentur auf und erteilt ihrem Chef Ivan Dragomiloff den Auftrag, eben diesen zu töten. Schließlich hat er bereits mehrere Attentate erfolgreich durchgeführt und ist ein Mörder. Dragomiloff nimmt den Auftrag als ethisch gerechtfertigt an und hetzt seine Mörder auf sich selbst. Wie es der Zufall will, hat sich Hall in Dragomiloffs Tochter verliebt, die von der ganzen Geschichte wenig erbaut ist. Doch Dragomiloff schaltet auf der Verfolgungsjagd quer durch die USA nacheinander seine Häscher aus. Auf einer Südsee-Insel kommt es zum Showdown …

»Ein Agententhriller«? Krimi-Fans werden enttäuscht sein. Das Buch ist kein Thriller, dafür ist es in den ersten zwei Dritteln zu komisch und zu überdreht. Die Auftragsmörder sind allesamt verkrachte Philosophen, die den neuen Auftrag in spontanen Symposien und Diskussionsrunden überdenken. Immerhin sind sie in einem Dilemma: Legen sie ihren Chef erfolgreich um, verlieren sie den unternehmerischen Kopf der Organisation. Versagen sie, muss ihr Chef das Geld zurückzahlen und das Unternehmen geht bankrott. Weit entfernt von den politischen und ethischen Problemen, die Le Carrés Helden umtreiben, sind die philosophischen Auseinandersetzungen bei London eher alberne Sophismen, die aus den Männern der mörderischen Tat untere Vollzugsbeamte einer Pseudogerechtigkeit machen.

»Ein Genre-Klassiker«, wie der Verlag tönt? Des Agententhrillers? Oder eher seiner Parodie? Rudyard Kiplings Kim (erschienen 1901) zeigt mehr thrill, mehr Politik und ernsthaftere Agenten. Chestertons Der Mann, der Donnerstag war (1908, z.Zt. nur antiquarisch) ist genau so komisch wie Mord auf Bestellung. Londons Buch ist jedoch deutlich schwächer. Nicht nur, weil das ganze setting mittlerweile ziemlich altmodisch und 1910 ist – all die Anarchisten, der Mabuse-ähnliche Drahtzieher Dragomiloff, die Harry-Piel-Verfolgungsjagd … Das Buch ist schwächer, weil London es gar nicht zu Ende geschrieben hat.

Das letzte Drittel des Buchs fällt sprachlich und inhaltlich ab. Geschrieben hat es 53 Jahre nach Londons Tod der damals frisch mit einem Krimipreis ausgezeichnete Jungautor Robert L. Fish. Fish, Autor der Romanvorlage des Steve McQueen-Klassikers Bullitt, erreicht Jack Londons Klasse nicht. Vielleicht hatte er zu viel Respekt. Sein Drittel ist entsetzlich humorlos und steuert auf ein solides Krimiende zu. Der Bruch ist so deutlich, dass man seinen Teil auch hätte weglassen können.

London hatte die Grundidee Sinclair Lewis abgekauft. Der spätere Literaturnobelpreisträger (Babbitt, 1922, derzeit nur antiquarisch) war damals noch ein armer Journalist; das wunderbare Nachwort von Freddy Langer (FAZ) legt nahe, dass London vor allem seinem Kollegen unter die Arme greifen wollte, als er die Idee kaufte. Jedenfalls fiel ihm nach einiger Zeit zum Thema nichts mehr ein und er verwarf den Stoff. Ein Genre-Klassiker? 1963, als das Buch erstmals erschien, kam bereits der zweite James Bond in die Kinos. Einen Beitrag zur Entwicklung des Genres Agententhriller hat Jack London definitiv nicht geleistet. Ob er es überhaupt wollte, darf man aufgrund des satirischen Charakters des Buches bezweifeln.

Man kann dem Manesse Verlag zugute halten, dass er den Titel von dem renommierten Eike Schönfeld neu hat übersetzen lassen, dass das Nachwort vorzüglich ist und dass Londons Entwurf für den Roman wie auch die Skizze des Romanendes von seiner Witwe dokumentiert wurden. Einige hilfreiche Anmerkungen runden das Buch ab.

Eins auf die Ohren gibt es für die Unterschlagung des Hinweises, dass das Buch ein Fragment ist und nur zum Teil von London stammt. Weder auf dem Umschlag noch im Verzeichnis lieferbarer Bücher, der zentralen Bibliographie des Buchhandels, findet sich auch nur eine Andeutung. Das ist eine Schummelei, die sich nicht gehört, und ein schlechter Dienst an diesem Autor.

Wer London kennt, mag seine Freude an Mord auf Bestellung haben, allen anderen rate ich, zunächst lieber einen echten London zu lesen. Ruf der Wildnis zum Beispiel.

Mord auf Bestellung: 272 Seiten, Lesebändchen, Leinen. 24,95 €

 

 

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Kurz und knapp:

E.M. Forster, Die Maschine steht still (Hoffmann & Campe, Ln., 80 Seiten, € 15): Eine kurze Erzählung von »Zimmer mit Aussicht«-Autor E.M. Forster aus dem Jahr 1909, die der Tech-Kritiker und Friedenspreisträger von 2014, Jaron Lanier, als frühe Beschreibung des Internets empfiehlt. Stimmt das?

In einer fernen Zukunft lebt die Menschheit unter der Erde, einzeln in sechseckigen Zimmern, die sie fast nie mehr verlassen. Arbeit besteht aus der Produktion von Ideen, die in kurzen Vorträgen geteilt werden. Gefüttert und versorgt werden die Menschen von »der Maschine«, alle Fragen werden von »dem Buch« beantwortet.

Eines Tages erhält Vashti von ihrem Sohn Kuno (gezeugt auf Geheiß der Maschine) eine Nachricht, sie soll ihn besuchen. Auf der Reise mit dem Luftschiff weigert sich Vashti ebenso die Außenwelt wahrzunehmen, wie sie es in ihrem Zimmer tut. Informationen holt Vashti sich ausschließlich aus der Maschine.

Kuno eröffnet seiner erschrockenen Mutter, er sei auf der angeblich unbewohnbaren Oberwelt gewesen ist und habe ein alternatives Leben vorgefunden. Er sieht das Ende der Maschine voraus …

Lanier fragt sich, wie Forster das Internet voraussehen konnte. Eine coole Frage, die die naive Erwartung triggert, Forster breite ein Steampunkversion des Internets vor uns aus. Lanier meint allerdings nicht das Internet selbst, sondern unseren Umgang mit ihm.

Forsters Internet ähnelt eher dem Fähnlein-Fieselschweif-Handbuch, mit dem Tick, Trick und Track jede Frage zu lösen imstande sind, denn einer konkret beschriebenen Maschine.  Das stellt das Buch in eine Reihe mit anderen Sci-Fi-Texten jener Zeit, wie Jules Vernes »Paris im 20. Jahrhundert« (die Zivilisation hat sich von den Geisteswissenschaften verabschiedet und den Ingenieurswissenschaften ergeben), Edward Bellamys »Ein Rückblick aus dem Jahr 2000 auf 1887« (die Vision entwirft eine Art Kibbuz-Gesellschaft) oder H.G. Wells berühmter Zeitmaschine (die Zukunft teilt die Menschen in eine dekadente Oberschicht, die von kannibalistischen Höhlenbewohnern als Schlachttiere gehalten werden).

Forster fasst das Unbehagen an der modernen Massengesellschaft in die Analogie mit einem Ameisenbau oder Bienenstock. Alle Bewohner des unterirdischen Reichs dienen dem Erhalt der Maschine, also der Königin, und sie wohnen in sechseckigen Räumen, sprich Waben. Ihre Perspektive ist die der Gefangenen in Platons Höhlengleichnis – sie sehen nur den Widerschein der Maschine, haben als ihre Gefangenen jedoch keinen eigenen Zugang zur Realität. Als frühe Medienkritik ist das originell. Eine Beschreibung des Internets ist es jedoch nicht.

Zusammengefasst: Ein nettes schmales Buch für Fans historischer Science Fiction.

 

 

 

 

Kurz und knapp:

David Foster Wallace, Der große rote Sohn (KiWi, 112 Seiten, € 7,99): David Foster Wallace besucht als Journalist 1998 eine Pornomesse und anschließend die Preisverleihung an die Starlets. Wenig überraschend: Es geht um Geld (Messe!) und viele Leute reden reichlich zotig (Porno!). Der Text ist unterhaltsam, dabei sehr kompakt. DFW gibt sich leider seinem Hang zu seitenlangen Fußnoten hin.

Lieblingsszene: Das Autor findet sich mit zwei Journalisten, einem Pornoproduzenten und vier fernsehguckenden, von der Messe erschöpften Darstellerinnen in einem Hotelzimmer wieder. Erst ist ihm alles etwas peinlich (diese Frauen wollen doch immer Sex), bis ihm klar wird, dass er auf einem Ärztekongress auch nicht mal eben operiert wird.

Kann man mal lesen, muss man aber nicht.

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Kurz und grantig: Warnung vor dem besonderen Kinde

Laufend wurde dem Affen in den letzten Wochen auf tumblr ein Trailer zu Tim Burtons »Die Insel der verlorenen Kinder« gezeigt. Burton mag der Affe meistens. Schön, dass der Knaur Verlag die drei Bände der Romanvorlage rechtzeitig in den Handel gebracht hat. Schön und interessant aufgemacht mit altertümlichen Fotos, die alle aussehen, als seien sie heute erst gephotoshopped worden. Der Autor schwört, dass fast alle Fotos echt, antik und unbehandelt seien. Da schau her. Also lesen.

Es geht um einen Teenager, Jacob Portman, der der Geschichte seines Großvaters in Wales nachspürt. Der Großvater musste als jüdisches Kind vor den Nazis aus Polen fliehen und landete in einem walisischen Kinderheim. Die Kinder dort haben alle besondere Gaben. Eine kann fliegen, ein anderer hat Bienen im Bauch. Jacob stellt fest, dass das Kinderheim in einer Zeitschleife feststeckt. Jeden Abend gibt es den gleichen Bombenangriff der Luftwaffe. Und finstere Monster bedrohen das Heim … Was für ein aufregender Plot!

Ja, interessant, tolle Ideen. Trotzdem hatte der Affe an dieser der Stelle keine Lust mehr aufs Weiterlesen. Das war immerhin auf Seite 200, knapp der Hälfte des ersten Bands, soll keiner sagen, er hätte keine Geduld. Doch das Buch ist sprachlich und stilistisch so aufregend wie feuchtes Knäckebrot. Weil es darüber hinaus komplett humorlos ist, schleppt sich die Handlung dahin, dahin, dahin, muss weitergeschleift werden …

Die Bücher sind in 40 Sprachen übersetzt und angeblich Bestseller. Der Affe rät dennoch ab.

Ransom Riggs, Die Insel der besonderen Kinder. 416 Seiten. Knaur. € 12,99

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Statt Catchen: Briefe von Harry Rowohlt

Eigentlich hätte ich ja die prachtvolle Proust-Briefedition in zwei sehr dicken Bänden lesen wollen ( zu angemessenen 78 Euro). Weil ich den Briefwechsel Prousts mit seiner Mutter (ganz dünn, Bibliothek Suhrkamp, Frankfurt 1970) noch nicht gelesen habe, fragte die Gattin nur entmutigend rhetorisch »Ist denn schon Weihnachten?« Dann lieber Harry Rowohlts »Und tschüs. Nicht weggeschmissene Briefe III« lesen, das ist sowieso mit 20 Euro günstiger. Und viel lustiger.

Harry Rowohlt habe ich einige Male persönlich erlebt. Als ich noch ein Kind war, gehörte er zu den unberechenbaren Erwachsenen, denen man es nicht recht machen konnte. Außerdem wollte er, dass ich ihm die Fußnägel schneide. Zur Belohnung bekam ichein Exemplar der druckfrischen Erstausgabe des just erschienenen »Der Wind in den Weiden«, übersetzt von Harry Rowohlt, mit einer Widmung, die zum Teil auf Katharevousa verfasst war, vulgo Neugriechisch. Ein feines Buch, von dem ich alles verstand bis auf das Wort Knüttel, und das ich mit heißesten Ohren gelesen habe. Das war eine Qualität von Harry: Man lernte dazu. Er hat dafür gesorgt, dass das Wort Ubiquität in meinem Wortschatz aufgenommen wurde (da war ich so zwölf) und in dem neuen Briefband lacht mich cafard an. Französisch für Kakerlake. Na, das klingt doch gleich viel eleganter als das schäbige Schabe.

Später durfte ich ihn wegen einer Rechteanfrage zu Robert Crumb anrufen und musste, weil er nicht helfen konnte, dann Sprechblase für Sprechblase seine Übersetzung mit dem Original abgleichen. Harry hatte einen sehr eigenen Sound und stand im Ruf, aus jeder Übersetzung ein Harry-Rowohlt-Buch zu machen. Zu meiner Überraschung war Crumb so manierlich Wort für Wort und ganz im Sinne des Originals übersetzt, dass hier das Wort kongenial mal spassend verwendet werden darf. »Was hast Du denn gedacht?«, fragte er mich, als ich wieder mit ihm telefonierte. Ja, was? Und dann las er mir vor, war er gerade neu übersetzt hat.

Und genau SO sind auch die Briefe. Erst lobt er ein Veranstalterkollektiv, mosert eine Lektorin an oder dankt für ein Geschenk. Und wenn das eigentliche erledigt ist, wird schnell und aufs zierlichste berichtet, was gerade geschehen ist oder was ihm sonst so einfällt: »Jetzt gibt es grüne Suppe. Habe ich frisch erfunden.«

Muss man sowas wissen? Bestimmt nicht. Schön ist es doch. »Eine Geschichte, die man für sein Leben hält« (M. Frisch) wird auch nicht inszeniert. Wie sagt der Briefeschreiber einmal: »Ein gutes Buch braucht keine Handlung. Wer eine Handlung will, soll zum Catchen gehen.« So isses.

Ich finde die dritte Lieferung »Nicht weggeschmissenener Briefe« von Harry Rowohlt (herausgefiltert und -gegeben von Anna Mikula) ganz wunderbar, und lege das Buch allen ans Herz, die Harry als Vorleser, Übersetzer, Entertainer oder Lindenstraßen-Penner geliebt haben. Näher wird er uns nie mehr kommen.

 

Nachtrag: Meine Mutter dagegen ärgert sich, dass auf Seite 105 nichts über Winona Ryder steht, weil im Register ein Zahlendreher steht. Dafür steht es auf Seite 150. Viel schöner finde ich, dass die Thalia-Buchhandelskette zweimal abgemeiert wird, aber im Register nicht vorkommt. Das wird die Kollegen in Hagen zum Lesen zwingen. Wer also das Buch erwerben will: Bitte im stationären, inhabergeführten, unabhängigen Buchhandel. Das hätte Harry Rowohlt gefallen.

 

 

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Such fun!!!

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Nach dem binge watching von vier Staffeln »Call the Midwife« (CTM) musste dringend etwas her, um die Wartezeit auf Staffel 5 zu überbrücken. Meine Lieblingsfigur aus CTM, Trixie, hatte sich leider zuletzt der Trunksucht hingegeben. Im wahren Leben macht sie bei solchen Sachen wie »Dancing With the Stars« mit, was ich fast noch deprimierender als Alkoholismus finde.

Die zweitbeste Lieblingsfigur bei CTM ist Chummy, eine sehr große, tolpatschige Hebamme aus der oberen Oberschicht, die zur Enttäuschung ihrer Mutter unterhalb ihrer sozialen Klasse einen Polizisten heiratet, der nicht nur optisch nichts hermacht. Herzzerreißend. Chummy wird von Miranda Hart gespielt, die wiederum in ihrer Sitcom »Miranda« eine sehr große, tolpatschige Frau aus der unteren Oberschicht spielt, die zur Enttäuschung ihrer Mutter mit Anfang dreißig noch immer nicht verheiratet ist. Nicht herzzerreißend, sondern sehr komisch.

Miranda hat sich vorzeitig das Erbe auszahlen lassen und von dem Geld einen Scherzartikelladen gekauft. Der mutiert im Laufe der 3 1/3 Miniserien zu einem Schnickschnackladen, aber egal. Miranda interessiert sich sowieso nicht fürs Geschäft. Das leitet ihre beste Freundin Stevie (Sarah Hadland), ziemlich klein, blond und im Besitz von – wie sie überzeugt ist – unwahrscheinlich viel allure, am ehesten hier mit Zauberhaftigkeit zu übersetzen. Ziemlich unzauberhaft kann man sie übrigens in »Horrible Histories« erleben, einer BBC-Kinderserie. Hierzu ein ander Mal.

Dazu kommt als stets im Hintergrund dräuende Angstfigur Mirandas dominante Mutter Penny (Patricia Hodge), die ihre einzige Tochter für kindisch, trottelig und gesellschaftlich ungeeignet hält. Was sie ihr auch möglichst oft direkt mitteilt. Um dem ewigen Unverheiratetsein und dem Singledasein ihrer Tochter ein Ende zu setzen, fädelt sie immer wieder tête à têtes mit den übergriffigsten, größten anzunehmenden Idioten aus dem lokalen Adel für sie ein. Allesamt ziemlich verkommene, offenbar durch Inzucht degenerierte Kerle.

In deren Kreise versucht sich Mirandas Internats-Freundin Tilly (Sally Phillips) einzuheiraten, eine sportliche Blondine mit einem verhängnisvollen Drang zu pseudowitzigen Worten und Wortspielen à la »Herzlichen Glühstrumpf«. Aus der guten alten Schulzeit hat Tilly das ach so lustige »Queen Kong« als Spitznamen und andere mit gewinnendem Lächeln dargebrachte Fiesheiten für Miranda bewahrt. Ein Terror, dem sich diese kaum entziehen kann, weil man sich ja in denselben Kreisen des idiotischen Provinzadels bewegt. Mirandas Mutter dagegen findet Tilly, die am liebsten in geselliger Runde das Gespräch mit ihrem Handy lahmlegt (»Moment … Moment … Moment … Bin wieder da!«), ganz großartig, weil sie trotz ausbleibenden Erfolgs den Idealen permanenter Selbstoptimierung und Karriere huldigt.

Schließlich gibt es noch den hübschen Gary (Tom Ellis), ein Sandkastenfreund von Miranda, die ihn heimlich liebt. Schöner noch: Er liebt sie auch heimlich. Der rote Faden der Serie ist die Frage, ob die beiden wohl zusammenkommen werden. Man würde es den beiden von Herzen gönnen, doch dann wäre die Geschichte ja erzählt …

Zum Spaß der Serie gehört Mirandas sehr englische Eigenheit, sich immer wieder als peinlichste Figur im Raum zu inszenieren. Nicht umsonst wird ihr regelmäßig gesagt, dass sie bestimmten Anlässen (Weihnachten, Ruderregatta, politische Versammlung) lieber fernbleiben soll.

Die gesellschaftliche Unbeholfenheit paart sich mit der vollkommenenen Gabe, sich in absurde Situationen zu manövrieren. In meiner Lieblingsfolge reist Miranda vorgeblich nach Thailand, weil ihre Freunde ihr gesagt haben, sie würde nie etwas unternehmen. Tatsächlich mietet sie sich für eine Woche in ein Hotel eine Straße weiter ein und versucht den Zimmerservice zu verführen (er versteht das falsch und schickt stattdessen einen Callboy, den Miranda natürlich schon aus anderen Zusammenhängen kennt). Dann verliebt sie sich so sehr in die Bügelfaltenpresse, dass sie zu Hause einbricht, um noch mehr Hosen zu holen. Und schließlich gibt sich Miranda vor einer Gruppe Geschäftsleute, die wegen eines Seminar im Hotel sind, als ihre Seminarleiterin aus.

Gekrönt wird alles mit freundlichem Sprachwitz, der ein Erbe des Originalformats als Hörspiel ist. Eine der liebenswertesten Marotten Mirandas ist es, sich in den Klang einzelner Worte zu verlieben, die in der Tat auch für Nicht-Muttersprachler nach einiger Wiederholung sehr wundersam klingen: thusks … thrift … Hinzu kommen Einsichten wie jene, dass Sätze, die mit Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, aber … immer unhöflich enden. Sehr fein auch die Sprachmarotten der Mutter: »Du Miranda, (flüstert:) diese Frau da ist (schreit:) unglaublich fett!« »Mama! Du hast wieder falsch betont!«

Oder: »Ich werde mich jetzt in das, was ich >Bett< nenne, legen.« »Ich bin ganz sicher, dass jeder das, was Du >Bett< nennst, >Bett< nennt!« Und am schlimmsten: »Such fun!« Egal, was es ist, Beerdigung, Dinner, Sex mit dem Gatten, Beugehaft – such fun! Es ist in jeweils anlassgebundener Betonung das Markenzeichen von Mutter Krawallschachtel.

Der endlose Kampf Mirandas gegen die Zumutungen ihrer Mutter drückt sich in Regression aus. Miranda weigert sich, endgültig erwachsen zu werden, sie kauft vom Erbe einen Scherzartikelladen, um den sie sich nicht kümmert. Als sie ihn in einer Folge verliert und »richtig« arbeiten soll, ist sie zu unkonzentriert und unfähig Hierarchien zu akzeptieren. Als sie sich mit ihrer Freundin Stevie verkracht und damit ihre Mitarbeiterin verloren hat, führt sie mit Stevie ein Bewerbungsgespräch, in dem beide vorgeben sich nicht zu kennen. Stevie, die aussieht wie immer, hat einen falschen Namen angenommen. Als jene zu erkennen gibt, dass sie in Wahrheit Mirandas beste Freundin ist, darf man sich nicht hundertprozentig sicher sein, ob Mirandas Behauptung stimmt, sie habe das natürlich durchschaut. Und wenn Miranda vor dem versammelten und als Menschen verkleideten Küchengemüse den Rockstar spielt, lebt sie die Zwölfjährige aus, die sie heimlich noch ist.

Zugleich durchbricht Miranda regelmäßig den Illusionismus von TV-Serien. Sie spricht während der Handlung gern zum Publikum (»Das war gerade unhöflich!«) und im Abspann winken die Schauspieler uns Zuschauern zu. Bevor es richtig los geht, wendet sich Miranda persönlich an »die Leute daheim«: »Hallo! Gut sehen Sie heute aus! Haha, nur ein Scherz, ich kann sie doch gar nicht sehen!« Wir Dummerle! Bertolt »Glotzt-nicht-so-romantisch« Brecht hätte daran sicher seine Freude gehabt.

Frauenserie? Ja. Allerdings deutlich ehrlicher (und viiiel lustiger) als »Sex And The City«, »Desperate Housewives« und wie die verklemmten US-Serien sonst so heißen. Es geht nicht nur um Gewichtsprobleme, sondern auch um versehentliches Pupsen beim Pilates oder die Frage, ob Miranda lieber in der Nacht, in der Gary mit ihr in einem Bett schläft, den BH anbehalten sollte. Wegen des Geräuschs, das die eine Brust macht, wenn sich Miranda von der einen auf die andere Seite legt. Wie sie sich entschieden hat erfahren wir am Ende der Folge, als Gary fragt »Huch, was war das für ein Geräusch?«

Einzelne Folgen haben inhaltlich zwar nur Ohnsorg-Theater-Niveau. Sie unterscheiden sich jedoch durch besseres Timing und katastrophalere Abgänge, bei denen die Abgehenden regelmäßig ihre Würde verlieren. Der Humor ist auf der nach oben offenen Fiesheitsskala eher freundlich als bissig, die upperclass twits sind die einzigen, denen keine Gnade widerfährt.

Zeitaufwand: 10 Stunden für drei Staffeln à sechs Folgen zu 30 Minuten plus der Drittel-Staffel mit zwei Folgen, die nach dem Ende der Serie und Protesten der Zuschauer nachgeschoben wurden, weil alle Fragen offen geblieben waren. »Miranda« gibt es nur auf Englisch mit englischen Untertiteln. Für die ganze englischsprechende Familie. Such fun!

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Der beste Klempner kriegt den Job

Kürzlich waren die amerikanischen Verwandten zu Besuch. Auf die Frage, ob sie für Clinton oder Trump seien, rollten sie nur die Augen. Das würden sie in Deutschland laufend gefragt, und ganz im Ernst, sie würden vermutlich Trump wählen. Hillary sei Establishment und Teil des politischen Systems. Trump sei dagegen ein Außenseiter, sage, was er denke, und so schlimm werde das schon nicht werden.

Ein paar Tage später kam der Klempner, um das marode Fallrohr zu reparieren. Das Haus, in dem ich wohne, hat schon mehr als hundert Jahre auf dem Dachstuhl und das innerstädtische Flächenbombardement im Zweiten Weltkrieg gut überstanden, es plagt sich aber mit einigen Zipperlein. Der Klempner musste ein Regal abbauen und die Wand aufreißen, um an das gespaltene nässende Rohr zu kommen. Und ob es damit getan sein würde, war zunächst nicht ganz klar.

Der Klempner machte saubere und sehr gute Arbeit. Er war eine Lust ihm zuzusehen. Die Rechnung wird nicht so lustig sein, aber ich hoffe, dass für die nächsten Jahrzehnte Ruhe an dieser Stelle ist und sich erst der künftige Hausbesitzer wieder mit defekten Rohren herumschlagen muss. Natürlich hätten wir das auch billiger haben können. Ohne Meisterbetrieb. Handwerker, habe ich über die Jahre gelernt, schimpfen immer über andere Handwerker. Besonders über Handwerker, die etwas anderes machen als sie selbst. Der Elektriker weiß verlässlich, dass der Stukkateur pfuscht, der Maler schimpft über den Klempner, der Schreiner erklärt den Dachdecker für einen Idioten und der Zimmermann hätte alles anders gemacht als der Fassadenreiniger. Und einige von ihnen hatten dann sogar einen an der Hand, der überdies billiger sein sollte. Manchmal auch ohne Rechnung.

Tja, warum nicht aussteigen aus dem Handwerkssystem und mal einen machen lassen, der alles besser weiß, obwohl er nicht vom Fach ist? Der das Establishment von der Handwerkskammer mal herausfordert? Der nicht mit seiner Verachtung des Expertenwissens hinterm Berg hält? Der unkonventionelle Ideen hat?

Die Antwort ist einfach: ich habe keine Lust darauf, einen Dilletanten zu beschäftigen, weil ich nicht das Risiko eingehen möchte, dass der Keller vollläuft und die Heizung absäuft.

Der Klempnermeister hat sein Geschäft von der Pike auf gelernt, andere Handwerksmeister haben ihn geprüft. Nachdem er jahrelang gelernt und in seine Ausbildung investiert hat, dürfen wir davon ausgehen, dass er weiß, was tut. Es gibt gute Handwerker und schlechte Handwerker. Manche halten sich an keinen Termin, machen Dreck und schinden Arbeitsstunden. Andere sind pünktlich, machen um eine zufällig auch noch anfallende kleinere Arbeit kein Gewesee und saugen ihren Dreck weg. Wenn ich einen Klempnermeister für ein kaputtes Fallrohr brauche, interessiert mich seine Expertise nur am Rande, wie Afghanistan befriedet werden könnte oder ob die US-Notenbank die Leitzinsen erhöhen sollte. Für Klempnerarbeiten will ich einen Klempner, keinen Elektriker und auch keinen Währungsexperten.

Wie kann man also auf die Idee kommen, dass man bei gravierenden Wirtschaftsproblemen, außenpolitischen Krisen oder innenpolitischen Herausforderungen am besten mit jemanden fährt, der keine Ahnung von Innen-, Außen- und Finanzpolitik hat, der keine juristische Expertise besitzt und einen Satz Ohrfeigen für ein Argument hält? Ein Politiker mag im Berufsleben eine tolle Physikerin, ein Pfarrer oder ein erfolgreicher Bauunternehmer sein. Doch als Politiker muss er sich in die politische Materie einarbeiten. Und je mehr Verantwortung ihm übertragen werden soll, desto besser sollte er im Thema sein. Denn er bewegt sich in einer Sphäre, in der er es ständig mit Menschen zu tun hat, die ihrerseits politische Interessen haben, ihren spezifischen Einfluss besitzen und Machtspielchen treiben. Es ist deshalb ratsam, eine Vorstellung davon zu haben, was eine Aktion anrichten kann.

Die Verachtung von Berufspolitikern und des »politischen Establishments« ist – bei aller durchaus berechtigter Kritik an der Abgehobenheit mancher Politiker – unglaublich kindisch. Nur weil jemand in seiner Partei gut vernetzt ist und sich jahrelang in eine spezifische Materie eingearbeitet hat, ist er so wenig automatisch korrupt, heuchlerisch und fantasielos wie er automatisch umsichtig, nachhaltig und klug agiert.

Der Gemeinschaftskundelehrer, der meine Klasse für das Abitur zu halben Verfassungsrechtlern auszubilden trachtete, war Amerikaner und nahm uns alle Illusionen über die Perfektion des demokratischen Systems. »Bei Wahlen geht es nicht darum, den besten Kandidaten ins Amt zu bringen, « erklärte er, »sondern den am wenigsten schlechtesten.« Aus diesem Grund würde ich bei kaputten Fallrohren lieber einen mittelmäßigen Klempnermeister reparieren lassen als einen hervorragenden Gärtner.

 

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Ishaqzaade: Mutti ist die Beste (leider ist sie tot) und meine Hure ist eine Heilige

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Unhöflich: Arjun Kapoor als Parma. Im Hintergrund sorgt Mutter für Ordnung.

Ishaqzaade, Drama, Indien 2012, mit Parineeti Chopra und Arjun Kapoor.

In der Stadt Almore stellt seit seit Jahrzehnten die muslimische Familie Qureishi den Abgeordneten. Der Hindu-Clan der Chauhans sieht sich nahe am Ziel, den Parlamentssitz zu übernehmen. Beide Familien kämpfen mit Terror und Korruption um die Vorherrschaft. Zoya, Tochter des Abgeordneten Qureishi, soll als Studentin die Stimmen ihrer Kommilitonen organisieren – sie beschafft sich erst einmal einen Revolver. Parma, Neffe des Chauhan-Clanchefs, soll Benzin besorgen und brennt gleich mal die Tankstelle nieder, als der Besitzer nicht willfährig genug reagiert.

Was folgt, ist eine semiklassische Romeo-und-Julia-Geschichte: Nachdem beide samt ihrer Clans mehrfach aneinander geraten und sich herzlich unsympathisch sind, verliebt sich Zoya in Parma und heiratet ihn heimlich. Erst nach hinduistischen, dann nach islamischen Brauch. In einem stillgelegten Eisenbahnwaggon wird die Ehe vollzogen. Danach klärt Parma seine Ehefrau auf, dass die Ehe nicht wirklich geschlossen wurde. Und Fotos von der Hochzeit bereits per SMS und E-Mails an die Wähler vom Almore unterwegs sind.

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Betrogen und entehrt: Zoya (Parineeti Chopra)

Das indische Kino wird in Deutschland gern pauschal als Bollywood etikettiert. Bollywood, das sollen dreistündige, quietschbunt-süßliche Liebesfilme schlichter erzählerischer Machart mit wenigstens sechs nervtötend schrillen Musik- und Tanzstücken sein. Es gibt diese Filme, aber in den letzten zehn Jahren hat sich das indische Kino wie jedes andere weiter entwickelt. »Ishaqzaade« zielt auf die neue heimische Mittelschicht. Es ist klassisches Masala-Kino (von allem etwas: Romanze, Action, Drama, Tanz, Musik), bricht aber die gängigen Muster auf und erzählt näher an der Realität.

Zoya ist nach dem Verrat von Parma gesellschaftlich tot: Sie hat ohne Einverständnis des Vaters geheiratet, sie hat ihre Jungfernschaft verloren und sie hat außerhalb der religiösen Gemeinschaft geheiratet (ishaqzaade). Damit hat sie ihren Vater als unfähig dargestellt, sein eigenes Haus in Ordnung zu halten und ihm die Ehre genommen. Er verliert die Wahlen und schwört, sie umzubringen. Die verratene Zoya versucht darauf den Betrüger Parma zu ermorden, wird bei dem Versuch jedoch von seiner Mutter aufgehalten. Als Witwe ihrerseits vom Wohlwollen der Familie ihres toten Mannes abhängig hat sie als einzige Verständnis mit der Lage der Betrogenen. Sie will die Schwiegertochter schützen und nimmt ihrem Sohn das Versprechen ab, das Leben des Mädchens zu retten. Als sie die Auslieferung Zoyas an ihre Familie verhindern will, erschießt sie ihr Schwager. Parma und Zoya fliehen zu Parmas Geliebter ins örtliche Bordell …

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Gauhar Khan als Tänzerin Chand

Tja, und hier finden beide ihre gemeinsame Liebe zueinander. Chand, die Tänzerin und Hure, verzichtet großmütig auf Parma, überredet sogar die Puffmutter den beiden Asyl zu gewähren. Nicht ganz ungefährlich, wenn man die beiden wichtigsten Familien der Stadt gegen sich hat. Am Ende aber müssen die Liebenden den Ort, an dem sie in Frieden und Harmonie leben konnten, fliehen …  – kein Happyend. Denn sie fliehen nicht ganz weit weg, sondern nur in die örtliche Uni. Hier traut sich der Film nicht, der Geschichte einen anderen Dreh zu geben. Weil das patriarchalische Gesellschaftsmodell zu sehr herausgefordert wird, wenn die ungehorsamen Kinder überleben?

Korrupte Politik, vorzugsweise in kleineren indischen Orten, ist zuletzt ein beliebter Topos im indischen Mainstreamkino gewesen. Hier hängt sich »Ishaqzaade« mit seiner Actionlastigkeit an, taucht jedoch in die politischen Winkelzüge der beiden Clans nicht tief ein. Immerhin erlaubt er sich einigen Realismus, wenn es um Lebensverhältnisse in Almore geht. Statt Palästen sehen wir Ein-Raum-Wohnungen, es gibt keinen Strom, wir sehen Kühe, die auf zugemüllten städtichen Brachen weiden, das örtliche College ist teilweise eine Bauruine. Fokus des Films bleibt aber die Liebesbeziehung der beiden wenig intelligenten Protagonisten, die denn auch ein tödlich-pathetisches Ende nehmen. Von den angerissenen Problemen wird keines wirklich ernstgenommen, nicht mal das titelgebende der unpassenden Verbindung. Dabei werden angeblich jedes Jahr mehr als 1.000 Paare solcher Verbindungen von ihren Familien umgebracht. Die Hure mit Herz, die Erfüllung von Mutters letztem Wunsch – das sind Kitschthemen, auf die der Film ohne Probleme hätte verzichten können. Lieber hätte ich die beiden als Bonnie und Clyde auf Indiens Straßen gesehen …

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Bleibender Eindruck? Das ist nicht so sicher.

 

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